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Schuhbürsten

Gute Bürste, schlechte Bürste?

Tuere
Von Helge Sternke und Rainer Ersfeld
Ein handeingezogene Polierbürste ist ein Erbstück. Je länger sie im Gebrauch ist, desto effektiver läßt sich damit arbeiten. So haben wir bei der Schuhmacherei Böhne auf Schloß Salem eine Bürste gesehen, welche schon 100 Jahre im Gebrauch ist und noch nahezu täglich verwendet wird. Diese Bürste wurde von Christian Böhne's Urgroßvater, der 1870 geboren wurde, angeschafft.
Gute Schuhputzbürsten halten beinah ewig und werden deshalb nur selten angeschafft. Denn hat man erst einmal eine vernünftige, braucht diese zeitlebens nicht mehr ersetzt zu werden. So ist zum Beispiel die abgebildete Bürste seit über 100 Jahren in der Schuhmacherei Böhne auf Schloss Salem nahezu täglich in Gebrauch, seit sie von Christian Böhne's Urgroßvater angeschafft wurde. Es empfiehlt sich also dem Bürstenkauf etwas Aufmerksamkeit zu schenken.
Leider sind nämlich viele der angebotenen Bürsten zur Schuhpflege nicht gut geeignet.
Beim Bürstenkauf gilt es also die Spreu vom Weizen zu unterscheiden. Vollkommen ungeeignet sind beispielsweise Bürsten mit Haaren aus Chemiefaser (Perlon). Die haben kratzige Grate an den Enden mit denen das Oberleder beschädigt werden kann und ziehen Staub an, weil sie sich beim Bürsten statisch aufladen. Solche Bürsten sind unschwer am auffallend niedrigen Preis zu erkennen, denn die gesamte Herstellung geht vollautomatisch. Plastikgriffe und Hinweise wie "mit Rosshaar" (statt 100% Naturhaar), sind deutliche Indikatoren für derartig minderwertiges Werkzeug.
Shuazibang
Doch allein die Bestückung mit 100 Prozent Rosshaar sagt noch nichts über die tatsächliche Qualität und Eignung der Bürste, um damit Staub zu entfernen oder Glanz zu erzeugen. Viele Rosshaarbürsten haben zu lange Haare. Die fühlen sich sehr weich an, doch fallen sie nach längerem Gebrauch zusammen. Dann ist die Bürste kaum noch zu gebrauchen. Diese, nicht selten aus Fernost kommenden Bürsten, haaren oft stark oder sind in China künstlich gefärbt, dass sie bei Wasserkontakt stark "ausbluten". Und in der Praxis auch nachteilig zu spüren, ist die lückenhafte Bestückung: Wenn man die Bürste von der Seite betrachtet, kann man zwischen den einzelnen Haarbüscheln hindurchsehen. Mit solchen Bürsten wird das Glanzbürsten mühselig. Oder die Griffe: Oft unergonomisch oder gar kantig, wodurch das Oberleder schnell mal einen Schaden davontragen kann.
Bei genauerer Betrachtung der Griffe ist auch erkennbar, ob die Bürstenhaare einfach nur in Sacklöcher des Griffes eingeklebt wurden, oder ob es sich wie bei den BURGOL- Bürsten um handeingezogene Qualitätsprodukte handelt. Denn diese erfordern einen zweiteiligen Griffaufbau. Bei den Bürsten mit eingeklebten Haaren können sich diese einzeln lösen. Die Bürste haart, verliert an Dichte und Wirksamkeit. Bei einer handeingezogenen Bürste könnte höchstens ein Haar abbrechen, aber nicht ausfallen.
Für die Freyersfeld GmbH gab es somit viele Gründe, eine eigne hochwertige BURGOLBürstenserie anzubieten. Wer eine Premiumschuhcreme hat, sollte auch dazu passende Werkzeuge anbieten: Bürsten der qualitativen Oberklasse. Damit das gewährleistet ist, wurden die Bürsten zuvor von Rainer Ersfeld ausgiebigen Praxistests unterzogen und auf diese Weise nach und nach optimiert und weiterentwickelt. Haarart, Haardichte, Haarlänge und Befestigungstechnik unterscheiden diese Spitzenbürsten deutlich von der Masse. Hinzukommen ergonomisch gestaltete Griffe ohne lederschädigende Kanten aus heimischen Hölzern. Wie überhaupt die gesamte Fertigung der Bürsten nach bewährten Umwelt- und Sozialstandards in Deutschland stattfindet. Somit sind gleichbleibende Qualität, kurze Entscheidungswege und nicht zuletzt auch Arbeitsplätze gesichert (2500 verkaufte Bürsten sichern je einen Arbeitsplatz.)
Schaf
Für Burgol-Feinpolierbürsten werden die nachwachsenden Naturhaare freilaufender, lebender Bergziegen verwendet, die bei Anlieferung genau kontrolliert und bis zu achtmal gewaschen werden. Der Hinweis auf die Lebendigkeit der Tiere ist berechtig, weil andere Marken die Haare toter Tiere verarbeiten. Allein die Verwendung des, im Vergleich zu Rosshaar viel weicheren Ziegenhaars, hat deutliche Vorteile. Zum einen als Staubbürste. Ziegenhaar wirkt staubbindend (deshalb nutzen auch Restauratoren Bürsten aus Ziegehaar). Zum anderen als exzellente Glanzbürste: Das belegen die erwähnten Praxisversuche, bei denen das beste Verhältnis der Haarlänge zur Weichheit der Bürste ermittelt wurde. Daran orientiert sich auch die Bestückung, wobei durch enge Reihenpositionierung die Haardichte nochmals maximiert wurde. Hierdurch erzeugen die Haarspitzen genau den Grad notwendiger Reibung auf der eingewachsten Lederoberfläche, dass die dadurch erzeugte Wärme das Wachs zu einer glatten und damit glänzenden Schicht schmelzen lässt, ohne jedoch winzige Riefen darin zu hinterlassen. Mithin erzeugen Sie mit einer Burgol-Ziegenhaarbürste einen Glanz, der nahe an eine Hochglanzwasserpolitur kommt. Mit Rosshaarbürsten kann ein solcher Hochglanz nicht erreicht werden, weil ihre härteren Haare in der angeschmolzenden Wachsoberfläche mikroskopisch kleine "Kratzer" hinterlassen, wodurch das auftreffende Licht diffus reflektiert wird und der Glanz weniger beindruckend ist.
Bei der Entwicklung der BURGOL-Bürstenserie wurde auch auf so vermeintliche Nebensächlichkeiten wie ein möglichst geringes Gesamtgewicht geachtet. Denn ist die Bürste zu groß und dadurch schwer, brauchen sie unnötig Kraft und der Arm ermüdet vorzeitig. Besonderes Augenmerk galt auch der Langlebigkeit und Reparierbarkeit. So wird beispielsweise ein Edelstahldraht, und nicht wie allgemein üblich ein einfacher Phosphorkupferdraht zum Einziehen und Befestigen der Haare verwendet. Diese Notwendigkeit tritt bei handeingezogenen Bürsten zwar normalerweise nicht auf, aber falls doch, kann die Bürste von jedem Bürstenmacher problemlos repariert werden. Im Ergebnis erhalten Sie eine robuste, handgefertigte Bürste der Spitzenklasse, mit der sich Ihre Schuhe hervorragend pflegen lassen.
Und wie viele Bürsten braucht man zur Schuhpflege? Kommt darauf an, wie genau und sorgfältig man es nimmt. Perfektionisten haben für jede Schuhfarbe ein eigenes Bürstenpaar (eine Bürste für die Entfernung des Staubs und eine zum Glänzen). Sparfüchse nehmen eine einzige Staubbürste für alle Schuhe und zum Glänzen den Farbgruppen zugeordnete Einzelbürsten. Also jeweils eine für Schwarz, eine für dunklere Brauntöne, eine für hellere Brauntöne und bei einer weiteren abweichenden Farbe (zum Beispiel Blau oder Bordeauxrot) eine dafür reservierte Zusatzbürste. Und einige Schuhfreunde entfernen den Staub grundsätzlich nicht mit einer Bürste, sondern mit einem angefeuchteten Tuch. Das soll jeder so handhaben, wie er es möchte. Achten Sie nur darauf, für Schwarz und für besonders helle Farben jeweils eine eigene Bürste zum Glänzen zu haben. Damit soll vermieden werden, dass eventuell an den Haaren haftende dunklere Wachspartikel auf helleren Oberledern unerwünschte Spuren hinterlassen.

Die Herstellung handeingezogener Bürste


Jianzi
Nach der genauen Eingangskontrolle der Haare und Hölzer werden die Haare gewaschen und gebündelt, sowie die Hölzer gebohrt, geschleift, der Namenszug eingebrannt und poliert. Mit diesen Materialien, einer Rolle Draht und ein paar Werkzeugen beginnt der Bürstenmacher seine Arbeit. Abhängig von der Gesamtgröße der Bürsten errechnet sich der Preis nach der Anzahl der Löcher, in welche die in der Mitte vom Draht umschlungenen Haarbüschel eingezogen werden.
Für die 7-reihigen, 18 cm langen Bürsten benötigt der Bürstenmacher nur für das Einziehen der Haare in das vorbereitete Holz mindestens 40 Minuten. Oder anders ausgedrückt, ein Bürstenmacher schafft 1½ Bürsten in der Stunde. Hinzu kommen die weiteren Detailarbeiten bis zur Endkontrolle. Bevor der Draht das erste Mal eingezogen wird, muß das Anfangs- und das Endloch errechnet werden. Bei einer 7-reihigen Bürste teilt man hierzu 7 durch 2 und rundet auf. Somit beginnt man jeweils seitwärts und von vorne im 4. Loch. Das Endloch ist das vierte von hinten.
Jinxian
Beim Anfangsloch macht man eine Schlaufe in den Edelstahldraht und zieht damit das Haarbündel in das konisch gebohrte Loch des Unterteils des zweiteiligen Bürstenkörpers. Bei den feinen Ziegenhaaren ist es besonders wichtig, dass die Löcher an der Öffnung zuvor entgratet wurden, damit die Haare nicht an den harten Kanten brechen und die Bürsten später übermäßig haaren.
Die erste Reihe wird vom Anfangs- bis zum Reihenendloch nacheinander eingezogen. Dann wird spiralförmig bis zum errechneten Endloch weitergearbeitet. Und zwar dergestalt, dass die zweite bis vierte Reihe immer außerhalb der vorherigen liegt. Sobald alle Löcher mit einem Haarbündel bestückt sind, werden Unter- und Oberteil des Bürstenkörpers mit vier Schrauben verbunden. Diese Schrauben können auch nach Jahrzehnten wieder geöffnet werden, falls die Brüste einmal repariert werden soll.
Maschine
Zum Schluss werden die Haare mit einer Spezialmaschine exakt auf die gewünschte Länge geschnitten. Das Prinzip ist denkbar einfach: Die Bürste wird dazu in eine Schiene eingelegt, deren Millimeterabstand zum Schärkopf eingestellt ist. Abschließend kommen die Bürsten in die Endkontrolle und - wenn für einwandfrei befunden, werden sie verpackt und kommen zum Versand.